Wer durchs Glockenbachviertel schlendert, dem steigt regelmäßig der verführerische Duft frisch gebackener Kuchen in die Nase – und zwar komplett ohne tierische Produkte. Zwischen bunten Häuserfassaden und hippen Boutiquen verstecken sich wahre Perlen der veganen Café-Kultur. Zeit für einen genussvollen Spaziergang!
Kaffeeliebe trifft auf Pflanzenkost
Das “Blattgold” in der Buttermelcherstraße ist mehr als nur ein Café – es ist eine Institution. Zwischen mintgrünen Wänden und üppigen Zimmerpflanzen serviert das Team um Lisa Wagner himmlische Zimtschnecken und cremige Mandel-Cappuccinos. “Unsere Gäste sollen gar nicht merken, dass hier alles vegan ist”, schmunzelt Lisa. “Sie sollen einfach genießen.” Der selbstgebackene Karotten-Walnuss-Kuchen ist legendär.
Frühstücksparadies mit Ausblick
Nur einen Steinwurf entfernt lockt das “Grünsprung” mit der vermutlich kreativsten Frühstückskarte des Viertels. Die große Fensterfront lädt zum Menschen-Beobachten ein, während man in ein knuspriges Avocado-Sandwich beißt oder den hausgemachten Chai-Latte schlürft. Besonders charmant: Die kleine Terrasse im Hinterhof, wo zwischen Efeu und Oleander der Großstadtlärm verstummt.
Süße Sünden ohne Reue
Dass Desserts auch ohne Ei und Butter funktionieren, beweist das “Veganista” in der Hans-Sachs-Straße. Die Auslage gleicht einem Kunstwerk: Schoko-Kirsch-Tarte neben Matcha-Cheesecake, dazu Pralinen in schillernden Farben. “Jedes Rezept ist eine kleine Revolution”, verrät Konditormeisterin Jana Becker. Ihr Geheimtipp: Die Pistazien-Himbeer-Schnitte, die selbst eingefleischte Skeptiker überzeugt.
Herzhaftes für Zwischendurch
Nicht nur Süßes gibt’s im Glockenbach: Das “Wurzelwerk” punktet mit deftigen Quiches und saftigen Bagels. Die Tagessuppe – mal Kürbis-Kokos, mal Linsen-Curry – wärmt besonders an grauen Tagen. Das Besondere hier: Alle Zutaten kommen von lokalen Bio-Bauern aus der Umgebung.
Nachhaltig bis ins Detail
Was alle diese Cafés vereint: Sie leben Nachhaltigkeit. To-go-Becher aus Pflanzenresten, Mehrwegsysteme für Lieferungen, Möbel aus Recycling-Holz. Im “Blattgold” werden sogar die Kaffeesatz-Reste an urbane Gärtner verschenkt. “Vegan bedeutet für uns nicht nur pflanzliche Ernährung”, erklärt Lisa Wagner. “Es ist eine Haltung zum Leben.”
Geheimtipps und Insiderwissen
Das neueste Juwel in der veganen Café-Szene ist das “Sonnendeck” – versteckt in einem Hinterhof der Corneliusstraße. Hier verschmelzen Café und Kulturraum: Zwischen den Tischen stehen Bücherregale, abends gibt’s Lesungen oder Acoustic-Sessions. Der hausgemachte Zitronenkuchen ist so gut, dass Stammgäste das Rezept regelmäßig zu entlocken versuchen – bisher erfolglos.
Die vegane Café-Kultur im Glockenbachviertel zeigt: Genuss und Nachhaltigkeit schließen sich nicht aus. Im Gegenteil – sie inspirieren zu immer neuen kulinarischen Höhenflügen. Wer durch die Straßen des Viertels schlendert, sollte unbedingt Hunger mitbringen – und Zeit. Denn jedes dieser Cafés lädt zum Verweilen ein, zum Entdecken und zum Genießen. Der beste Zeitpunkt für einen Besuch? Jetzt!